HINTERGRUNDINFORMATIONEN

2] Das Studienprojekt:

How the land lies.
Wie das Land liegt/ lügt.

Master Studio Landschaftsarchitektur
SoSe 2011 | TU Berlin
FG Landschaftsarchitektur. Freiraumplanung
Prof. Katrin Bohn | Dr. Nishat Awan

Bild links: © Yvonne Griephan und Ninon Weber, Bild rechts © Anne Miersch

Was ist Landschaft?

Für unser Studio beinhaltet diese Frage die Frage nach dem Land; die Landschaft ist dann im Kopf. Es ist eine der Thesen des Studios, dass der Umgang mit dem Land ausschlaggebend für unsere Wahrnehmung von Landschaft ist. Es geht also nicht nur um Art der Anlage oder des Pflanzenbewuchses, sondern es geht auch um Art der Nutzung und damit um Raumqualität.

Was ist dabei Raumqualität? Wann wird ein Stück Freifläche als Landschaft wahrgenommen? Welche Prozesse der Raumproduktion müssen an einem konkreten Standort stattfinden / stattgefunden haben? Sind diese Prozesse, diese Wahrnehmungen heute die selben wie vor 30,40 Jahren? Und wie werden sie sich in Zukunft entwickeln?

Was ist Stadtlandschaft?

Wir nehmen das Paradoxe des Begriffes Stadtlandschaft zum Anlass, die sich ständig weiterentwickelnde Rolle und Wahrnehmung von Landschaft in der Stadt zu hinterfragen.
Was hat Landschaft mit Stadt zu tun? Historisch gesehen sind die Freiräume, die wir in der gegenwärtigen Stadt als Landschaft wahrnehmen, vor allem durch 2 Prozesse entstanden: entweder blieben sie im Zuge von Stadtausdehnung auf vormals landwirtschaftliche oder naturbelassene Flächen “übrig” oder sie wurden auf städtischen Freiflächen bewusst geplant und angelegt.

Beide Arten überschneiden sich, und ihre Bedeutungen reichen von Naherholung zu Rohstoffquelle zu Naturschutzgebiet. Es besteht weitestgehende Einigkeit darüber, dass diese Landschaften eine Be-reicherung der Stadt sind, was sich u.a. in ihrer Nutzung und in ihrem Schutz widerspiegelt. Das Studio arbeitet an 2 städtischen Standorten in Köln [Ehrenfeld] und Berlin [Marzahn], die beide, obwohl relativ dicht besiedelt, über ungewöhnlich viele und grosse Freiflächen verfügen. Von den räumlichen, logistischen, bio- logischen oder topographischen Gegenbenheiten her, müssten diese Gelände perfekte Stadtlandschaften sein.

Aber an diesen beispielhaften Standorten wird ein interessantes Phänomen sichtbar: die Freiflächen werden von den meisten Anwohnern nicht als Landschaft wahrgenommen oder, wenn doch, nicht als solche wertgeschätzt. In Folge werden sie weder gut gepflegt noch weiter geplant oder ausgebaut. Dieses Phänomen ist stadtplanerisch relevant, weil es auf viele Flächen und Raumnutzungen in anderen Städten übertragbar ist.

Was ist Produktive Stadtlandschaft?

Wichtigste Forschungsfrage des Studios ist es, ob Produktive Stadtlandschaften für solche Standorte nachhaltige Lösungsansätze bieten könnten und wie diese in der Zukunft aussehen und funktionieren würden. Produktive Stadtlandschaft wird als eine neue Form städtischer Infrastruktur betrachtet, die sich als ein nutzermitbestimmtes ertragsorientiertes Ökosystem aus ihrem jeweiligen Kontext entwickelt und in diesen zurückfliesst. Das Studio ist interessiert an Entwürfen, die sich mit Ernst und Enthusiasmus der Gratwanderung zwischen Utopie und Notfallszenario aussetzen, in der die gegenwärtige internationale Diskussion zum Thema Produktive Stadtlandschaft
stattfindet.
(Quelle: Studio-Aufgabenstellung)

Ergebnisse aus dem Studio „How the land lies“. Bild links: © Gabriel Viana, Bild rechts: © Jens Knoll und Björn Scheffler.


Hier können die Ergebnisse des Projekts „How the land lies“ als PDF angesehen werden:

How the land lies

© Copyright: TU Berlin, Fakultät VI Planen Bauen Umwelt, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung „Stadt und Ernährung“

3] Auftakt: 

Workshops und Veranstaltungen im September und Oktober 2011

Im Zeitraum vom 21.09. bis 25.10.2011 wurden durch Landschaftsarchitektur-Studenten und Mitarbeiter der Technischen Universität Berlin insgesamt 5 Workshops und öffentliche Treffen veranstaltet.
In diesen wurden die Anwohner nach Wünschen, Vorstellungen und Assoziationen zu der Brache am Mühlenbecker Weg befragt. In Form eines Workshops konnten Kinder aus der Nachbarschaft ihre konkreten Ideen aufzeichnen und die Brache spielerisch besser kennenlernen.

Am 25.10. wurden schließlich bei einem Treffen mit geladenen Anwohnern Vorschläge der Studenten, Ideen der Kinder und weitere Anregungen der Gäste diskutiert. Daraus resultierende Erkenntnisse sollten den Studenten bei der weiteren Planung der Fläche helfen, um diese möglichst gut auf die Bedürfnisse der Anwohner abzustimmen.

4] Vorbereitung ICH BIN Aktion: 

Urbane Landwirtschaft am Mühlenbecker Weg:
MitmachAktion für die Entwicklung der Brachfläche

Die ungenutzte Fläche am Mühlenbecker Weg könnte vielmehr als nur eine Brache sein! Wie kann die Fläche mitten zwischen Grundschule, Seniorenwohnheim, Hort und Wohnsiedlung aussehen und was wollen wir aus ihr machen?

Um dieser Frage gemeinsam mit den Anwohnern auf den Grund zu gehen, lud das Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung „Stadt und Ernährung“ der TU Berlin zu einer großen Beteiligungsaktion am 30. November 2011 ein.

Vorbereitungen für die Veranstaltung (Tag 1):

In einer Gruppe von Studenten und Mitarbeitern der TU Berlin wurden eine Woche vor der Veranstaltung diverse modulhafte Pflanzkisten für Hochbeete, Sträucher und Bäume gebaut. Dazu entstanden noch Bänke , welche einen Teil der Pflanzfläche einrahmen sollten. Am folgenden Mittwoch sollten die gebauten Module vor Ort mit den Anwohnern bepflanzt werden.

Vorbereitungen für die Veranstaltung (Tag 2 und 3):

5] Veranstaltung „ICH BIN Aktion“ am 30.11.2011: 

Es soll mehr als nur eine Brachfläche sein. Was aber kann aus ihr werden?


Stellvertretend für diese Frage stand der Slogan „Ich bin…“, der Besuchern und Helfern an diesem Tag ein wenig Spielraum für ihre eigenen Vorstellung geben sollte. „Ich bin ein Erdbeerfeld“, „Ich bin ein Grillplatz“ und „Ich bin eine Liegewiese“. Die Schilder entlang der Brache zeigten die große Variation an Möglichkeiten und gaben Diskussionsanregungen zwischen Anwohnern und Studenten der TU Berlin.

Am 30.11.2011 wurde der erste Spatenstich zur Gestaltung der Fläche getan. Unter der Leitung von Frau Prof. Katrin Bohn wurden zuvor Beete und Pflanzmodule entwickelt und die Fläche für den Veranstaltungstag vorbereitet. Insgesamt drei Hochbeete fügen sich jetzt zu einem großen zusammenhängenden Gemeinschaftsgarten zusammen, in dessen Mitte Bänke und Pflanzkisten zum Verweilen einladen.
Am selben Tag wurden mit Anwohnern die ersten Sträucher gepflanzt, Blumenzwiebeln gesetzt und Pflanzen gegossen. Zur Stärkung gab es draußen Grillwürstchen und Getränke. Kinder konnten sich ihre eigene Pflanze in Form eines Samens im Blumentopf mit nach Hause nehmen. Im Foyer des Alpenland- Pflegeheims konnten sich Interessierte über die Hintergründe der Veranstaltung informieren. Auf Postern und in einem Film wurden die Planung als auch Meinungen der Anwohner dargestellt.

Planungsvorschläge für die Grünfläche:

  

  

Presse: Zeitung Berliner Woche

Kontakt TU Berlin: katrin.bohn@tu-berlin.de

© Copyright: TU Berlin, Fakultät VI Planen Bauen Umwelt, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung „Stadt und Ernährung“

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Ein Gedanke zu „HINTERGRUNDINFORMATIONEN

  1. Partirk Schumann

    Das Studienprojekt „How the land lies“ – sehr schöne Bilder als Einstieg. Wem gehören diese? Leider stehen darunter keine Namen.
    Viel Erfolg weiterhin.
    Beste Grüße Partrik Schumann

    Antwort

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